Sommertheater Hafnerberg 24.07.2019

Programm 2014

Salzburger Nockerl

Der Inhalt Das Wirtshaus "Zum Salzburger Nockerl" hat finanzielle Probleme und daher möchte der Wirt des Gasthauses "Zum blauen Enzian", Toni Haberl, dieses ersteigern. Als Wirtin hat er sich die Vroni ausgesucht, die er aus dem Hotel "Mirabell" herauslösen kann. Die Nichte des erfolglosen Wirtes, Steffi Oberfellner, erfährt bei ihrer Ankunft vom Unglück ihres Onkels. Steffi selbst ist das Ziel von Herrn Rieger, der in Wirklichkeit der Rennfahrer Frank Rex ist. Dieser versteckt sich vor Erika Dahlmann, die in ihn verliebt ist und die wiederum hat im Fabrikanten Max Liebling einen Verehrer. Toni gelingt die Ersteigerung nicht, denn ein Herr Knopp bietet mehr. Dieser ist in Wirklichkeit ein Strohman des Rennfahrers, der Steffi zur Geschäftsführerin macht. Auch Herr Rieger bekommt eine Anstellung, denn Frank Rex arbeitet als Hausbursche. Toni zieht alle Register und möchte Steffi abwerben. Als dies nicht gelingt, stellt er einen Heiratsantrag, den Steffi ablehnt, weil sie Herrn Rieger liebt. Vroni ist sauer über Tonis Heiratsanträge und heuert bei der Konkurrenz an. Max Liebling hat sich in der Zwischenzeit in Vroni verliebt und Erika, die Verehrerin des Rennfahrers, taucht mit ihrem Vater auf und lüftet das Geheimnis des Herrn Rieger. Das enttäuscht Steffi, die zur Konkurrenz wechselt und sich mit Toni verlobt. Toni fordert Max Liebling auf, Vroni zu heiraten. Die Paare sind alle falsch gewählt und es herrscht Chaos ohne Hoffnung. Doch es kommt Franks Tante Olga nach Salzburg, vielleicht kann sie helfen. Am Kirchweihtag lösen sich die Verwirrungen auf. Steffi söhnt sich mit Frank aus, Erika lässt Vernunft walten und erhört ihren Anbeter Liebling. Sogar Toni und Vroni finden zusammen und Dahlmann findet Tante Olga. Fred Raymond Der am 20. April 1900 in Wien geborene Friedrich Vesely (so sein bürgerlicher Name) wurde nach dem Willen des Vaters, der einer böhmischen Musikantenfamilie entstammte, zunächst Bankbeamter. Von Talent und Neigung aber zur Musik bestimmt, wandte er sich bald ganz seiner eigentlichen, der leichten Muse zu. Als Chansonnier am Flügel trat er mit eigenen Liedern im Kabarett auf. Der Textdichter Fritz Grünbaum förderte den begabten jungen Mann und dieser revanchierte sich 1924 mit einer kleinen Revue, darin sein erster Schlager „Ich hab´ das Fräul´n Helen baden ´sehn“. Der größte Erfolg aus dieser Zeit „Ich hab´ mein Herz in Heidelberg verloren“ wird zu einem Welthit und beweist Raymonds außergewöhnliche Fähigkeit im Erfinden von Melodien, die leicht zu Ohren gehen. Leider hatte er das Lied für nur 300 Mark an den Bohème-Verlag abgetreten, sodass er am finanziellen Gewinn nicht beteiligt war. Das schmerzte den ehemaligen Banker und so schrieb er um diesen Schlager ein ganzes Singspiel. Die Rechnung ging auf, nicht nur für ihn, die Librettisten Beda und Neubach, sondern auch für die Wiener Volksoper, an der die gleichnamige Operette 1927 herauskam und mit über siebenhundert Vorstellungen zum Kassenschlager wurde. Von hier aus gelangte die erste Raymond-Operette an nahezu alle europäischen Bühnen und bis Amerika. Gleichzeitig hatte er damit die für sein Schaffen ideale Form gefunden: die Revueoperette. Sie ist eine Bilderfolge, die ihren nachhaltigen Schaureiz aus der Attraktivität der oft exotischen Schauplätze, einer vom Ballett getragenen Handlung und zugkräftige Musiknummern gewinnt, die auch im Hinblick auf das neue Medium Rundfunk, losgelöst von dem Gesamtwerk, zu verwenden sind. Das Tango-Lied „In einer kleinen Konditorei“ wird auf diese Weise ein Lieblingsschlager der damaligen Zeit. In der Folge versucht Fred Raymond, der inzwischen Deutschland zu seiner Wahlheimat gemacht hat, mit „Die Jungfrau von Avalon“, 1929 in Dresden uraufgeführt, und "Der Königsleutnant", Premiere 1932 in Leipzig, an seinen frühen Erfolg anzuknüpfen. Als Direktor Heinz Hentschke ihn dann an das Berliner Metropol-Theater holt und Günther Schwenn als Liedertexter dazukommt, beginnt mit „Lauf ins Glück“ (1934) eine außerordentlich fruchtbare Zusammenarbeit, die nach „Ball der Nationen“ (1935), „Auf großer Fahrt“ und „Marielu“ (beide 1936) mit der „Maske in Blau“ (1937) einen markanten Höhepunkt erreichte. Für diese Operette hat Fred Raymond gleich sieben Nummern geschrieben, die alle sofort Schlager waren, Evergreens wurden und die mehrfach verfilmte „Maske in Blau“ zu einem Dauererfolg werden ließen. Mit „Die Juliska aus Budapest“, „Schau einer schönen Frau nie zu tief in die Augen“, „Am Rio Negro“, „Sassa“ und „Ja, das Temprament“ schuf Fred Raymond wirkungsvolle musikalische Szenen, originell im Einfall und brillant in der Ausführung. Dennoch ist sein Komponieren von einer auffallenden Bescheidenheit geprägt. Im Respekt vor den großen Meistern der Musikgeschichte und Ehrlichkeit gegenüber seinem Publikum, erlangten die Eingebungen dieses begnadeten Melodienerfinders jene Qualität, die seine Musik unsterblich macht.
Sommertheater Hafnerberg