Sommertheater  Hafnerberg
Sommertheater Hafnerberg 17.10.2017

Salzburger Nockerl

Der Inhalt Das    Wirtshaus    "Zum    Salzburger    Nockerl"    hat    finanzielle    Probleme    und daher   möchte   der   Wirt   des   Gasthauses   "Zum   blauen   Enzian",   Toni   Haberl, dieses   ersteigern.   Als   Wirtin   hat   er   sich   die   Vroni   ausgesucht,   die   er   aus dem   Hotel   "Mirabell"   herauslösen   kann.   Die   Nichte   des   erfolglosen   Wirtes, Steffi   Oberfellner,   erfährt   bei   ihrer   Ankunft   vom   Unglück   ihres   Onkels.   Steffi selbst   ist   das   Ziel   von   Herrn   Rieger,   der   in   Wirklichkeit   der   Rennfahrer   Frank Rex   ist.   Dieser   versteckt   sich   vor   Erika   Dahlmann,   die   in   ihn   verliebt   ist   und die   wiederum   hat   im   Fabrikanten   Max   Liebling   einen   Verehrer.      Toni   gelingt die   Ersteigerung   nicht,   denn   ein   Herr   Knopp   bietet   mehr.   Dieser   ist   in Wirklichkeit   ein   Strohman   des   Rennfahrers,   der   Steffi   zur   Geschäftsführerin macht.   Auch   Herr   Rieger   bekommt   eine   Anstellung,   denn   Frank   Rex   arbeitet als Hausbursche. Toni   zieht   alle   Register   und   möchte   Steffi   abwerben.   Als   dies   nicht   gelingt, stellt   er   einen   Heiratsantrag,   den   Steffi   ablehnt,   weil   sie   Herrn   Rieger   liebt. Vroni   ist   sauer   über   Tonis   Heiratsanträge   und   heuert   bei   der   Konkurrenz   an. Max   Liebling   hat   sich   in   der   Zwischenzeit   in   Vroni   verliebt   und   Erika,   die Verehrerin   des   Rennfahrers,   taucht   mit   ihrem   Vater   auf   und   lüftet   das Geheimnis   des   Herrn   Rieger.   Das   enttäuscht   Steffi,   die   zur   Konkurrenz wechselt   und   sich   mit   Toni   verlobt.   Toni   fordert   Max   Liebling   auf,   Vroni   zu heiraten. Die   Paare   sind   alle   falsch   gewählt   und   es   herrscht   Chaos   ohne   Hoffnung. Doch es kommt Franks Tante Olga nach Salzburg, vielleicht kann sie helfen. Am   Kirchweihtag   lösen   sich   die   Verwirrungen   auf.   Steffi   söhnt   sich   mit Frank   aus,   Erika   lässt   Vernunft   walten   und   erhört   ihren   Anbeter   Liebling. Sogar Toni und Vroni finden zusammen und Dahlmann findet Tante Olga. Fred Raymond Der    am    20.    April    1900    in    Wien    geborene    Friedrich    Vesely    (so    sein bürgerlicher    Name)    wurde    nach    dem    Willen    des    Vaters,    der    einer böhmischen   Musikantenfamilie   entstammte,   zunächst   Bankbeamter.   Von Talent   und   Neigung   aber   zur   Musik   bestimmt,   wandte   er   sich   bald   ganz seiner   eigentlichen,   der   leichten   Muse   zu.   Als   Chansonnier   am   Flügel   trat   er mit    eigenen    Liedern    im    Kabarett    auf.    Der    Textdichter    Fritz    Grünbaum förderte   den   begabten   jungen   Mann   und   dieser   revanchierte   sich   1924   mit einer   kleinen   Revue,   darin   sein   erster   Schlager   „Ich   hab´   das   Fräul´n Helen   baden   ´sehn“.   Der   größte   Erfolg   aus   dieser   Zeit   „Ich   hab´   mein   Herz in    Heidelberg    verloren“    wird    zu    einem    Welthit    und    beweist    Raymonds außergewöhnliche   Fähigkeit   im   Erfinden   von   Melodien,   die   leicht   zu   Ohren gehen.   Leider   hatte   er   das   Lied   für   nur   300   Mark   an   den   Bohème-Verlag abgetreten,    sodass    er    am    finanziellen    Gewinn    nicht    beteiligt    war.    Das schmerzte   den   ehemaligen   Banker   und   so   schrieb   er   um   diesen   Schlager ein    ganzes    Singspiel.    Die    Rechnung    ging    auf,    nicht    nur    für    ihn,    die Librettisten   Beda   und   Neubach,   sondern   auch   für   die   Wiener   Volksoper,   an der     die     gleichnamige     Operette     1927     herauskam     und     mit     über siebenhundert Vorstellungen zum Kassenschlager wurde. Von    hier    aus    gelangte    die    erste    Raymond-Operette    an    nahezu    alle europäischen   Bühnen   und   bis   Amerika.   Gleichzeitig   hatte   er   damit   die   für sein    Schaffen    ideale    Form    gefunden:    die    Revueoperette.    Sie    ist    eine Bilderfolge,   die   ihren   nachhaltigen   Schaureiz   aus   der   Attraktivität   der   oft exotischen    Schauplätze,    einer    vom    Ballett    getragenen    Handlung    und zugkräftige   Musiknummern   gewinnt,   die   auch   im   Hinblick   auf   das   neue Medium   Rundfunk,   losgelöst   von   dem   Gesamtwerk,   zu   verwenden   sind. Das   Tango-Lied   „In   einer   kleinen   Konditorei“   wird   auf   diese   Weise   ein Lieblingsschlager   der   damaligen   Zeit.   In   der   Folge   versucht   Fred   Raymond, der   inzwischen   Deutschland   zu   seiner   Wahlheimat   gemacht   hat,   mit   „Die Jungfrau     von     Avalon“,     1929     in     Dresden     uraufgeführt,     und     "Der Königsleutnant",    Premiere    1932    in    Leipzig,    an    seinen    frühen    Erfolg anzuknüpfen.    Als    Direktor    Heinz    Hentschke    ihn    dann    an    das    Berliner Metropol-Theater   holt   und   Günther   Schwenn   als   Liedertexter   dazukommt, beginnt    mit    „Lauf    ins    Glück“    (1934)    eine    außerordentlich    fruchtbare Zusammenarbeit,   die   nach   „Ball   der   Nationen“   (1935),   „Auf   großer   Fahrt“ und    „Marielu“    (beide    1936)    mit    der    „Maske    in    Blau“    (1937)    einen markanten   Höhepunkt   erreichte.   Für   diese   Operette   hat   Fred   Raymond gleich    sieben    Nummern    geschrieben,    die    alle    sofort    Schlager    waren, Evergreens   wurden   und   die   mehrfach   verfilmte   „Maske   in   Blau“   zu   einem Dauererfolg   werden   ließen.   Mit   „Die   Juliska   aus   Budapest“,   „Schau   einer schönen   Frau   nie   zu   tief   in   die   Augen“,   „Am   Rio   Negro“,   „Sassa“   und   „Ja, das   Temprament“   schuf   Fred   Raymond   wirkungsvolle   musikalische   Szenen, originell    im    Einfall    und    brillant    in    der    Ausführung.    Dennoch    ist    sein Komponieren   von   einer   auffallenden   Bescheidenheit   geprägt.   Im   Respekt vor   den   großen   Meistern   der   Musikgeschichte   und   Ehrlichkeit   gegenüber seinem     Publikum,     erlangten     die     Eingebungen     dieses     begnadeten Melodienerfinders jene Qualität, die seine Musik unsterblich macht.